Seit letzten Sonntag herrscht in und um Jos die nackte Gewalt der Zerstörrung. Von Hass erfüllte Banden von jungen Männern ziehen durch die Strassen. Als Resultat findet man brennende Häuser und Kirchen, viele Verletzte und Tote und vertriebene Menschen.
Ich wusste, dass die Situation nach den Unruhen vom November 2008 angespannt war und dass die Probleme nur unter den Teppich gekehrt wurden. Doch nach dem Woche um Woche an mir vorbeigezogen ist und nichts passierte, habe ich mich an den 'Frieden' gewöhnt und mit mir so viele andere. Das Leben ist weiter gegangen. Doch letzten Sonntag genügte ein Funke und das Feuer war wieder in voller Kraft zurück. (Meistens fallen die Unruhen hier in die Kategorie 'religiöse Unruhen' doch meistens ist die Ursache in lokalen Begebenheiten zu finden, die nichts mit Religion zu tun haben.)
Heute war es verhältnismässig ruhig in Jos und wir konnten unsere Häuser während mehreren Stunden verlassen. Doch die Stadt gleicht einer Geisterstadt (so ruhig kann es in Jos nur nach einer aktuen Kampfphase sein). Es gibt kaum Verkehr auf den Strassen, kaum Geschäfte haben geöffnet, die Menschen schauen einem sehr mistrauisch an und vereinzelt sind noch Gewehrschüsse zu hören. Viel lauter ist es jedoch in meinen Gedanken. Wann endlich gibt es Frieden? Wer gewinnt irgendwas von dem 'wie du mir, so ich dir'? Niemand! Gibt es für diese Region Nigerias, in der mehrere Völker-'Kontinentalplatten' zusammen stossen, eine Hoffnung? Es schein ehrer, dass sich die Fronten verhärten. Doch ich will daran glauben, dass es Hoffnung gibt. Ich glaube daran, weil ich die Lösung kenne: Die Liebe und Vergebung Christi. Es ist mein Gebet, dass sich diese Botschaft unaufhaltbar ausbreitet und dieser Flecken Erde zur Ruhe kommen kann. Trotz kriegsähnlichen Zuständen und Grauen liebe ich diese Gegend und die Menschen. Es ist mein zweites Zuhause.













